Greenfield 2024 – Bericht

Mittwoch

Es ist Mittwoch. Dieser eine Mittwoch im Jahr, direkt vor dem langen Greenfield Festival.

Ich habe gepackt und bin bereit, ins Berner Oberland zu fahren.

Zuerst fahre ich noch einen kleinen Umweg durch das Emmental, um meine Mam zu besuchen. Eigentlich wäre sie aktuell im Urlaub, aber war krank und daher schaue ich kurz vorbei, wie es ihr geht, weil ihr Wohnort quasi auf dem Weg liegt ( je nachdem wie man fährt..) Nach dem Besuch, düse ich los Richtung Interlaken. 

Ankunftszeit wird irgendwas um 16:00 Uhr. Geplant ist, mein Auto bei nem Freund stehen zu lassen, weil ich ihm lieber einen Zwanziger gebe, als dass mein Auto jeden Tag in einer anderen Ecke des Parkplatzes steht, es demoliert werden könnte und ich dafür noch teuer Geld bezahle. Also Auto parkieren in Wilderswil und dann den Zug nehmen nach Matten, wo man auf dem grossen Parkplatz ankommt. Einfach perfekt. Der neue Bahnhof in Matten ist topmodern und es macht quasi keinen Unterschied, ob ich mein Auto hier abstelle oder ob ich von dem Bahnhof her komme.

Ich stelle mich mit Zelt und Gepäck in die lange Warteschlange. Es ist langweilig und trotzdem sehr unterhaltsam, mit all den Menschen um mich herum. 

irgendwann meldet sich hattrick, (ihr wisst schon, vom letzten Jahr) dass er und seine Kollegin auch angekommen sind.

Also frage ich meine unbekannten Mitanstehmenschen, ob es ok ist, wenn ich die beiden zu mir lotse.

 

Tel Gespräch nach Zugankunft der beiden:

h: wo bist du?

i: ich stehe auf höhe von einem auto mit dieser und dieser farbe 

h: sehe ich nicht.

i: wo stehst du?

h: irgendwo da.

 

ok.. ich stehe neben die Schlange der Menschen, welche anstehen und suche. Dann sehe ich relativ weit hinten Hattrick und seine Begleitung stehen.

i: ich seh dich, dreh dich mal gegen den anfang der schlange.

h dreht sich von mir ab. 

i: nein, jetzt guckst du in die falsche Richtung.

Um das ganze zu verkürzen: Es  hat einige Zeit gedauert, bis wir uns gefunden haben.

danke hier an den grossen Typ aus der Menge, welchen ich gebeten habe, mal kurz neben mich zu stehen, damit ich gefunden werde. hätte sonst noch länger dauern können 😁

Die Eingangskontrolle kommt immer näher und bald sind wir auf dem Gelände. 

Timo hat schon geschrieben, wo dieses Jahr unser Camp stehen wird. Ich rufe trotzdem kurz bei Paul an, nur um direkt an ihn und unser Camp heran zu laufen. Das Camp zu finden ist echt nicht schwer dieses Jahr.

Obwohl ich seit stunden unterwegs und mich völlig verschwitzt fühle, drückt mich Paul und mein ich rieche toll. Merci, hat mir grad etwas den tag versüsst.

Mein Wurfzelt steht nach knapp fünf Minuten, Hattrick und Kerry kämpfen etwas mit ihrem, da es weder gut Platz hat, noch praktisch zum aufbauen ist.

Doch auch ihr Zelt steht irgendwann und sie erkunden das Gelände.

derweilen macht sich auch der Rest von Camp bereit und geht Richtung Partymeile.

ich mach mich mit salome und ihrem rollstuhl auf den weg, freunde von ihr in einem anderen camp zu suchen. was uns eher mässig gelingt. wir wissen jetzt aber, dass es eine interessante holperpartie ist, über den “ackerweg” des zeltplatzes mit einem rollstuhl fahren zu wollen. bin froh hab ich sie nicht ausgeleert unterwegs, hätte ich mir zugetraut 😅

ich treffe menschen, verliere sie wieder und bin gefühlt jetzt schon überall und nirgendwo.

 

die wichtigste Erkenntnisse dieses abends sind aber:

  • bleib in Menschenmengen immer in der nähe von voby stehen, wenn jemand anlehnen will, lehnt er gerne zurück für dich 🤭
  • Voby ist super in Schuh- und Körpergrössen schätzen
  • wenn du sandwitches mitnimmst, sparst du dir am ersten tag das abendessen

Zurück im Zelt hab ich dann einfach gehofft, dass das gute Stück auch schön trocken bleibt bei dem tollen Wetter diese Tage.

Und bin glücklich eingeschlafen.

 

Donnerstag

Ich erwache und mein Zelt ist innen trocken.

Und ich hatte tatsächlich warm mit Thermowäsche, Wolldecke, Schlafsack und Mütze. Doch was gelernt letztes Jahr.

Nach dem Aufstehen ist der Plan, mit Hattrick ins Migros zu fahren und noch ein paar Dinge für die Greenfield WG zu holen und ebenso fürs Camp. Dann hole ich meine Schwester ab vom Bahnhof und in der Greenfield WG bereiten wir Teigwarensalat für mind 5 Personen und zwei bis drei Tage vor. Gestärkt machen wir uns dann wieder auf den Weg aufs Gelände, Happy das der Weg nur noch halb so lange dauert, mit dem neuen Bahnhof Matten 🙂 

Zu Hause haben wir aber noch definiert, dass wir uns auf das Wetter von Meiers App verlassen, da diese fürs WE das beste Wetter angezeigt hat. Hat leider nicht so ganz geklappt mit dem “Meier Wetter” leider. Aber die Idee fand ich super. 

wir sind pünktlich zurück auf dem gelände für die alphornbläser. natürlich.

da es heisst ist, etwas weiter hinten im schatten.

es dauert nicht lange, da sehe ich einen typen, der halbtot am boden liegt. ich spreche ihn an, schaue das er etwas wasser trinkt und das er irgendwie wieder unter den lebenden weilt. 

danach setzen wir uns irgendwo im schatten hin.

leider scheint der akt der freundlichkeit aber dazu zu führen, dass er denkt, dass wir nun freunde sind und wir werden den herrn nicht mehr los. bis sandy aufsteht und der typ in windeseile davon geht. und wir uns fragen, ob sandy stehend von unten betrachtet wohl gefährlich aussieht. 

und dann kommt auch noch claudio w. der nicht verstanden hat, was nein bedeutet:

„Hallo, i bi dr Claudio W.”

“Hallo Claudio W. Danke dier für die Info, aber mier sueche grad kener nöie Kollege”

“Auso nid?” 

“Nei.”

“bisch du lesbisch?”

Wir sind ab da immer etwas unterwegs, immer wieder mit unterschiedlichen Menschen und bei unterschiedlichen Bands. 

Ich bin Zuhause. 

 

Sprüche vom Tag:

  • gömer no is mittu dorf

  • är schaffet bin zuchtbuech
  • mit morgelatte chame nid schiffe
  • was fingsch geil a bode? i sta druf

 

Freitag:

Wie so oft, verlasse ich am Morgen das Camp und mache mich auf den Weg zur Greenfield WG. 

Auch hier scheinen noch nicht alle wach zu sein, aber egal, nadisna sind dann doch alle aus ihren Zimmern gekrochen.

Ich bin gerade nicht sicher, aber ich glaube, wir schauen sogar den schlechtesten Zombiefilm aller Zeiten zum Frühstück / Mittagessen. 

Kann ich sehr empfehlen, wenn ihr nichts besserer zu tun habt: (ihr habt immer etwas besseres zu tun, trust me 😉 ) 

www.nutshot.ch

 

Als ich zurück zum Camp komme, sehe ich eine Saftflasche rumliegen, die ich gestern mit Nicä mit Wodka aufgefüllt habe. (Sie hatte einen echt hässlichen Gras Wodka dabei und ich hab ihr in der Migros Saft geholt zum verdünnen..) 

Anyway, ich scherze, warum der Wodka Saft rumliegt und es wird still um mich. Dann wird mir erklärt, dass niemand mehr wusste (N.) dass darin Wodka sei und als man zum Frühstück Saft trinken wollte, war dieser etwas, ähm, “stark”? 

Alle nicht alkoholisierten Menschen fanden den Saft eklig, alle anderen fanden ihn genau richtig zum Frühstück. 

Das ist schon absolut alles, was man vom Greenfield Frühstück wissen muss. 

Heute habe ich gelernt, dass ich meine Klamotten nicht mehr ausleihe an betrunkene Kollegen. 

Und Hattrick hat gelernt, dass ich es problemlos schaffe, innerhalb von 2 Minuten von unserem Standard-Platz relativ weit hinten, nach ganz vorne zur Bühne zu gelangen, wenn ich nur genügend motiviert und spät dran bin. 

Das Prodigy-Konzert war entsprechend der Hammer!

Gespräche des Tages: 

  • “bipapaparabop” passt überall dazu
  • “Chani di mau öppis sehr persönlechs Frage?” – “Ja” – “Hesch nid o ds Gfüeu, dass die Lüt derte nid zämepasse?” 
    • Ich frage mich bis heute, was daran persönlich war xD 
  • si het öpeso chlini haar
  • “Das isch mi Stueu!” – “Auso dine persönlich, wode hesch mitbracht?” – “Nei, aber i bi da mau drin ghocket”

 

Samstag

Ich freu mich so, heute kommt meine beste Freundin ans Greenfield. Nur für den heutigen Tag, da sie Green Day sehen möchte.

Damit sie nicht zelten muss, habe ich ihr einen Sofaplatz in der Greenfield WG organisiert und werde heute auch dort schlafen. 

Also wieder gemütlicher Marsch nach Wilderswil. Irgendwann dann Tatj am Bahnhof abholen, anklimatisieren lassen, mit den WG Leuten bekannt machen und ab auf den Flughafen. 

Leider sind die Chicken Tender von Planted schon ausverkauft, also kein Zwischensnack zum Einstimmen. Egal. (Die gibt es übrigens neu auch im Coop, im TK Regal) 

Es gibt keine Bands, die wir dringend sehen müssen, ausser Tatj am Abend natürlich Green Day. Daher schlendern wir auch über den Mittelaltermarkt, wo wir keine creepy Gespräche führen. Neinnein. 

Bei Green Day stehen Tatj und ich mit Hattrick und Kerry ganz weit vorne. Und als das Konzert startet, wird es mir vor lauter Menschen so unwohl, dass ich mich nach hinten verabschiede. Nicht einmal an unserem Standardplatz kann man locker stehen, es ist das letzte Konzert und Green Day. Alle stehen hier und wollen das letzte Konzert geniessen.

Am Schluss stehe ich auf Höhe der Shots Bar und unterhalte mich noch etwas mit dem Bardude, bis mir jemand von der Bödeli Crew über den Weg läuft und wir die letzte Stunde zusammen mit einem Konzert und Plaudern verbringen. 

Fürs 2025 werde ich schauen, dass ich öfters mit M. plaudere und wenn ihr wieder jemand einreden möchte, was für eine schlechte Mutter sie sei, weil sie EINMAL IM JAHR das Greenfield geniesst, dann hoffe ich für dich, das ich dich nicht finde. Du doofe Kuh 

Zu Hause im Bett / auf dem Sofa haben wir dann noch lustige Geschichten mit den Heimkehrern, die leider noch nicht verstanden haben, dass man sie sehr einfach hören kann, wenn sie zwei Meter neben dem Sofa stehen 😀 Vor Allem wenn ihr “Flüstern” lauter ist als normale Gespräche. 

Zitate des Tages: 

  • är tönt wie de maa vo sire frou
  • wi heisst der Fluss hier? aare….
  • sicher e zürcher gsi

 

Am Sonntag haben wir uns auf jeden Fall glücklich und müde auf den Heimweg gemacht, wohl wissend, dass wir nun Ewigkeiten im Stau stehen werden, egal in welche Richtung wir fahren werden. Und natürlich mit der Bestellbestätigung der nächsten Wildcard Greenfield Tickets im Mail Postfach.