Velo => Grüüün <3

Letzte Woche war ich mal wieder bei einem Velomechaniker, da mein geliebtes Fahrrad luftlos war. (Das liegt daran, wenn man Säckeweise Bücher mit dem Rad über Stock und Stein mitschleppt)

Und da mein Velo schon etwas älter ist, hab ich auch gleich mal nach neuen Modellen geguckt.

Bei meiner Frage, ob mein Rad den überhaupt noch was taugt, ob es reicht nur zu Pumpen, oder ob ein grosser Service nötig wäre und ob ich nicht lieber gleich auf ein Neues umsteigen sollte, hat mich der Händler lachend angeguckt und ist ins Schwärmen geraten.

Wie toll mein Rad sei, wie alt der Sattel und noch mit Rosshaar gefüllt, das Velo sei aus dem Jahre 1974 und die Lichter schon Kult. Ein 3-Gang-Rad sei stabiler als jene mit viel mehr Gängen und überhaupt. Ich fand den Herrn richtig toll!

Auch bei der Frage, ob wenigstens ein Service nötig wäre, verneinte er, das dies frühstens im Herbst nötig wäre, um für den Winter gerüstet zu sein (im Winter, in welchem ich sicher suuuuuper viel Rad fahre.. Kensch i bines Weichei u ha doch viu ds schnäu chaut.. =) )

Der wollte mir partout keinen Service verkaufen und auch kein neues Fahrrad. Dann eben nicht. Herzlichen Dank ans Radwerk beim Lagerplatz in Winti!

Dafür hab ich meinem Rad mal wieder einen neuen Anstrich verpasst, den es doch etwas nötig hatte. Und nun ist es nicht mehr Lindengrün, sondern hat ein schönes Dunkelgrün, mit lindengrünen Highlights =)

Total ivi eben.

I like!

Und endlich passt auch die neue Klingel super gut ins Design

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Jetzt muss ich nur noch das Licht flicken, da das Kabel eine Woche nach dem Mechanikerbesuch doch noch gerissen ist (hätte schon längst passieren können… ) Bleibt immer waas zu tun. Aber das macht das Leben ja spannend. =)

Radfahren in Winterthur

Freitag, 17:00

Ich gucke aus dem Fenster von meinem Büro und überlege mir, ob es wohl wie geplant Hotdogs zum Abendessen geben wird, oder ob wir ohne Brot mal wieder improvisieren müssen. Gleichzeitig studiere ich das Wetter und rechne die Chancen für mich aus, noch vor dem Regen nach Hause zu kommen. Die Chancen stehen schlecht.
Ca 2min später klingelt mein Handy und meinHolder ruft mich an. Er möchte mich abholen, da der Weltuntergang vor der Tür steh (es ist echt dunkel draussen) und wir sowieso kein Brot haben. Aber einkaufen will ich auch nicht. Und auf Pizza hab ich auch keine Lust. Und mein Fahrrad würde dann noch im Büro stehen. Und überhaupt.
Also nicht einkaufen.
Da fällt mir ein, das ich ja noch Silser-Tessiner-Brot vom Mittag habe und wir einigen uns darauf als Hotdog Brötchen Ersatz, weil wir einfach faul sind.

Bleibt also nur noch das Problem mit dem Wetter. Während des Gesprächs fallen erste Regentropfen. Suuuupa!

Ich hab aber noch was zu erledigen, und kann sowieso erst nach Halb-Sechs losfahren. Es windet, aber ist noch trocken.

Die Autofahrer stehen mal wieder ohne Ende und ein paar Schlaumeier blockieren die Kreuzung Zürcherstrasse Richtung Storchenbrücke und weichen daher quer zur Busspur aus. Ich als Radfahrer mag knapp vorbei kommen, aber der Busfahrer wird sich freuen. Ich fahre gegen die Zeit. Wann wird es mit dem Nass von oben anfangen?

Bei der Velobrücke zur Vogelsangstrasse drücke ich frisch fröhlich auf die Fahrradglocke, damit die beiden Jungs auf der Brücke nicht erschrecken und etwas aus dem Weg gehen. Da die beiden trotzdem von meinem Klingeln völlig überrascht sind (mal ehrlich, warum wird hier so selten geklingelt, wenn man mit dem Velo an Fussgängern vorbei fährt??), laufen sie zuerst ineinander und dann wie Hühner auseinander. Zum Glück klingel ich immer schon von weitem, damit die Leute genügend Zeit zum Ausweichen haben. =)

Beim Überholen entschuldigen sie sich (warum eigentlich) und ich mich auch (weil ich sie verwirrt habe) und bedanke mich auch artig, denn es ist ja auch nett, wenn auf das klingeln reagiert wird.

Auf dem Radweg begegne ich fast niemandem, alle sind wohl schon vor dem Gewitter geflohen. Es regnet aber noch nicht und ich bin noch trocken. Heute will mich mal keiner mit seinem Auto abschiessen. Ein guter Tag also.

Beim Mattenbach Radweg werde ich langsam nervös. Werde ich trocken ankommen oder wird es mich auf den letzten 5 Minuten noch völlig verregnen?

Naa?

Ich bin trocken zu Hause angekommen, kurz bevors mit den ersten Schauern angefangen hat. Darüber bin ich nicht extrem unglücklich, auch wenn es meinem Rad mal wieder gut tun würde, gewaschen zu werden (Memo an mich: Velocheck und -wasch und dann endlich die grosse Glocke, ein Ostergeschenk, anbringen)

Übrigens, bin ich eigentlich einer der einzigen Radfahrer in Winterthur, welcher bei einem Stop-Schild auch tatsächlich richtig stoppt, bei einer roten Ampel auch tatsächlich wartet und beim Linksabbiegen zuerst mal guckt ob ev ein Auto kommt und wenn ja, mit Handzeichen und Blickkontakt einspurt?

Manchmal hab ich das Gefühl.

Vor allem wenn mir meine Kollegen sagen: „Doch, ich halte bei Rot! Ausser, wenn……“ 😉

Ihr Schlingel.. =)