Greenfield 2026 – Bericht

 

Mittwoch

Es ist Mittwochmittag und ich fahre schon Richtung Interlaken. Die letzten Jahre hatte ich etwas Pech mit dem Verkehr und daher wollte ich dieses Jahr “früh” losfahren.

Der Verkehr ist heute die ganze Zeit flüssig und daher komme ich relativ zeitig in Interlaken an und ich kann noch kurz im Coop beim Ost Bahnhof einkaufen gehen.

Ich rufe meinen Wochenend-Host an und kläre kurz, ob irgendein spezifisches Bier gekauft werden soll, oder ob “Bier” alleine reicht.

Während ich telefoniere, steht ein Tourist zu den Einkaufswagen und versucht mit seinem Handy den Wagen zu befreien. ich gucke dem Treiben kurz zu und stecke ihm dann einen Jeton zu, damit er den Einkaufswagen nutzen kann. Der Touri bedankt sich und wir gehen beide unseres Weges.

Nachdem ich meinen einkauf getätigt habe und auch noch Blumen für nen nachfolgenden Besuch am Kiosk geholt habe, sehe ich, wie der Tourist von eben aus dem Geschäft rausgeht. Drum prüfe ich kurz bei den Einkaufswagen, ob eventuell mein Jeton noch da ist und tada, ich kann diesen wieder einstecken.

Der Tag fängt schon mal gut an.

 

Da Meier, seine Wohnung nutzen wir als Greenfield WG, noch arbeiten muss und ich wirklich viel zu früh da bin, fahre ich noch kurz die Eltern meines ehemaligen mit-Azubi mürggu besuchen. Als ich vor deren Haus stehe und klingle, macht leider niemand die Türe auf. Daher geh ich zur Einliegerwohnung und will die Blumen der Grossmutter, die da wohnt, abgeben. Und dann öffnen mir die Eltern selbst die Tür. Sie sind nämlich umgezogen, vom grossen Haus in die kleinere Wohnung.

Ich freu mich tierisch und erkläre kurz, dass ich mich gerne selbst zum Kaffee einladen würde und werde herzlich empfangen. Dann bleibe ich fast 2h hier und geniesse es, sich über alte zeiten zu unterhalten. In dieser Zeit kommen auch mal kurz mürggu und seine frau vorbei, die kurz etwas irritiert sind, mich hier zu sehen. Exgüse, da ich davon ausging, dass eh noch niemand Zeit für mich hat, hab ich mich auch nirgendwo angemeldet.

Die zwei machen sich aber bald schon auf den Weg Richtung Festival Gelände, während ich mich auf den Weg mache zu Meier, um meinen WG-Schlafplatz einzurichten.

Wir plaudern etwas, beschliessen, dass wir noch keinen Hunger haben und machen uns dann gemütlich auf den Weg Richtung Festival.

Nur um direkt wieder auf mürggu und seine Frau zu treffen, die anscheinend noch anstehen durften, um in die Partyzone eingelassen zu werden, weil sie so früh da waren. 😊 Ich musste etwas lachen, weil wir noch gewitzelt haben, dass wenn wir dann auch kommen, die zwei schon wieder heim gehen. was auch bald darauf geschah… höhö

Wir treffen immer wieder irgendwelche Leute, die wir kennen oder uns bekannt vorkommen. Und vernünftigerweise schauen wir hier nun doch mal, was man essen könnte, da Meier offiziell dieses Jahr mehr als ein Bier trinken möchte, da er morgen nicht arbeiten muss.

Ich war etwas dumm und habe heute Morgen noch ne Frühschicht gemacht und bin seit kurz vor 5 Uhr wach. Memo an mich, nächstes Jahr am Mittwoch nicht noch ne Frühschicht planen.

Wir prüfen zuerst mal alle Fress Stände und stellen uns dann beim Holländer an, der Burger und Pommes anbietet. Die angestellten hier sind schon sehr lustig drauf.

Dann stehen Arbeitskollegen von mir neben uns mit einem blubbernden Getränk in der Hand.

Und ich behaupte immer noch => «Sein Bier blubbert» auch wenn es eigentlich Met mit einem Trockeneiswürfel war.

 

Nach dem wir gegessen haben, machen wir uns auf den Weg ins Mittelalter Dorf (ja, sowas gibt es an diesem Festival) weil dort ein Freund von mir um 21:00 eine Geschichte erzählen wird.

Also stehen wir da zur angegebenen Zeit und horchen der Sage um Lokis Schalk und Thors Zorn, erzählt von Grimmwolfs Skalden.

Das Ganze war unterhaltsam, auch wenn wir uns nach der Geschichte direkt wieder zurück zum Rockstar Zelt begeben, da wir nun bald die Ankunft von Stähli erwarten, der dieses Jahr nicht in der WG mit uns wohnen wird, aber trotzdem am Festival unterwegs ist.

Bevor Stähli kommt, treffen wir noch auf Arbeitskollegen von Meier und haben Diskussionen zum Thema, wo man(n) lustige Kleber ankleben darf und wo nicht. Ebenso diskutieren die beiden plötzlich über ihre Sicherheitsfreigaben im Geschäft. Definitiv noch zu wenig Alkohol im Spiel.

Während die beiden noch nicht im Festival Fieber sind, beobachte ich die Leute um mich herum. Plötzlich kommt mir jemand bekannt vor, der aber direkt wieder in der Menge verschwindet.

Egal.

Stähli taucht endlich auf und wir schauen, dass auch er noch etwas zu essen bekommt.

Während ich wieder warte, dass meine Buddys mit Essen versorgt sind, taucht das bekannte Gesicht wieder auf und dieses Mal kommt auch der Geistesblitz, woher ich die Person eigentlich “kenne”. Ich informiere kurz meine Freunde, dass ich was prüfen muss und mache mich auf die Suche. leider ohne Erfolg, also steh ich wieder zu meinen Kollegen und dann kommt mir der Typ nochmals entgegen. Dieses Mal sieht er mich auch und kommt lachend auf mich zu, während ich genauso lachend auf ihn zu gehe.

Es handelt sich um einen Zöllner, der mir knapp eine Woche vorher begegnet ist, als wir nach einem langen Messe Wochenende die Szene von “Asterix erobert Rom” im Irrenhaus mit dem Passierschein A38 am Zoll nachgespielt haben.

Der Typ hat mir da mit seinem Grinsen, von ihm unbewusst, sowas von den Tag aufgehellt und jetzt steht er einfach am Greenfield vor mir und erkennt mich auch noch. Das war schon grad sehr lustig.

Wir plaudern kurz und dann muss er leider weiter.

In der Zeit haben meine Kumpels gegessen und wir gehen zurück vor das Rockstarzelt. Gefühlt alle paar Minuten begrüssen die zwei jemanden. Schlimmer als ich.

Als Stähli mal kurz weg geht, um Bier zu holen und dann wieder bringt, wollte ich nen Scherz machen und erwähne, dass Meier kein Bier mehr möchte.

Die entsetzen Blicke der beiden sprachen dann Bände.

Sorry, oder. Keine Witze über kein Bier. Auch nicht nur über eins 😉

Um 1 Uhr sind wir der Meinung, gehen wir mal heim, denn es ist der erste Abend, wird sind früh aufgestanden (also ich) und es ist kalt.

Beim Verlassen der Party Zone spricht mich ein Typ an, der vorher mit seinem Kumpel in der Nähe stand und mit dem ich zwischendurch flirty Blickkontakt hatte. Er fragt mich, ob er was fragen darf und fragt ob ich nen Freund hätte. Ich steh kurz verwirrt da, antworte mit “nein” und dann bekomme ich nen Kuss. Nicht aufdringlich oder unangenehm, aber ich bin kurz etwas mehr verwirrt, erwidere diesen aber, weil yolo. Dann muss ich aber grinsen, weil die Situation so absolut absurd ist. Natürlich entschuldige ich mich, dass ich lachen muss und er lacht genau so, weil er gar nicht damit gerechnet hat, überhaupt eine Antwort zu erhalten. 🙂

Wir quatschen noch etwas über Gott und die Welt und dann verabschiede ich mich, weil ich wirklich heim ins Bett muss.

Meine Freunde, die mit leichtem Abstand gewartet haben, grinsen mich ebenso an “Hast du den Typen gekannt?” – “Nö, aber ich dachte, ihr habt ihn gekannt, weil ihr gefühlt doch alle kennt”.

Eigentlich schade, hat ihn niemand gekannt.

So sind wir dann heimgelaufen und ich würde sagen, das war ein netter Auftakt fürs Greenfield Festival 2026.

 

Donnerstag

Ich erwache zum ersten Mal um ca 05:30 und überlege noch, wie ich gestern mit Meier blöde Sprüche zu nutzlosen Weckfunktionen des eigenen Körpers gemacht habe.

Daher drehe ich mich nochmals um und schlafe weiter. Ohne zu wissen, dass mein WG Kollege die gleiche Diskussion um 06:00 auch kurz geführt hat.

Als ich kurz nach 8 nochmals wach werde, daddle ich zuerst noch etwas am Handy rum, bevor ich aufstehe.

Donnerstag startet die WG immer sehr gemütlich, ich gehe meistens noch die restlichen Dinge einkaufen, die wir für das Wochenende brauchen und dann hole ich meistens auch meine Schwester vom Bahnhof ab.

 

Mein Telefon klingelt, für folgende Frage:

“Ich hab meine Uhr vergessen, brauche ich eine Uhr? Dann würde ich zurückgehen und den nächsten Zug nehmen.” – “Du telefonierst gerade mit deinem Handy? Dann hast du eine Uhr. Nimm doch das und dann bist du pünktlich”

Erstes Problem geklärt.

Weil wir noch Nudelsalat machen wollen, will ich den Herd einschalten, was auch schon zu ersten Problemen führt. Es gibt einfach zu viele Herdvarianten und ich streichle frisch-fröhlich an Meiers Herd herum, bis dieser ihn ganz normal anlässt. Nur um mir zu zeigen, dass man tatsächlich irgendwas streicheln könnte. Pffff…

 

Als wir fast komplett sind, essen wir noch was (Nudelsalat for President) und machen uns auf den Weg Richtung Gelände, weil wir heute wirklich, wirklich mal wieder die Alphornbläser ganz sehen möchten.

Wir sind sogar so früh da, dass wir noch in der Partyzone warten müssen und dort auf einen Teil unserer Chübelgruppe treffen. Es ist jedes Jahr einfach schön, euch zu sehen und die nächsten Tage mit euch zu verbringen.

Mit dabei ist auch eine Freundin von Nicole (Pädels aka Bumsis Freundin), welche sich vorstellt und sagt, es sei ihr erstes GF. Lustigerweise verstehen wir alle durchs Band einen anderen Namen => Fällt uns erst Stunden später auf und wir fragen danach natürlich nochmals, wie sie denn jetzt heisst => „Heisst si Nina oder Anna?“ – “Si heisst Karin (und stellt sich als Rina vor)”

 

Die Absperrung geht auf und wir verschieben uns Richtung Konzertgelände.

Kurz darauf buchen wir auch schon die Wildcard Tickets fürs nächste Jahr. Krass, diese werden immer früher angeboten und die Server sind jeweils total überlastet. Aber alle bekommen ihre Tickets, nach ewiglangem drücken.

An unserem Stammplatz treffen wir auch diverse andere Leute. Dieses Jahr ist Stef ohne seinen Kumpel mit den schönen Augen da und Dani, mit seiner grünen Jacke ist auch unterwegs, aber fährt wieder heim. Auch Timo treffe ich irgendwo dazwischen. Morgen wollen wir zusammen an die Backstage Führung, die ich bei nem Wettbewerb gewonnen habe, daher haben wir ja noch Zeit, morgen etwas zu plaudern.

Spannend ist, dass ich für genau eine Person anscheinend aussehe, als würde es mir schlecht gehen, obwohl ich lachend vor ihr stehe, aus meiner Sicht leuchte und die Zeit meines Lebens habe. Am Greenfield kann es mir gar nicht schlecht gehen.

 

  • D eve würd säge: „e louch“ (Zu wem hab ich das gesagt? )

 

  • Dä lippestift tuetsech dine lippe apasse (Bis wir geschnallt haben, dass es um die Farbe ging, nicht um die Form)

 

  • Är isch huere lisi (Aussage von Meier, zu irgendeinem Sänger?)

 

  • Du muesch blase, nid schlücke (zum dick aussehen) (Wie man in den Daumen bläst, um  sich selber “aufzublasen”)

 

Der Nachmittag ist eher noch ruhig, daher wusle ich noch etwas allein über das Gelände.

Irgendwann steh ich da und höre bei ner Band mal auf der anderen Seite von unserem normalen Standplatz zu, als ich von hinten Leute höre, die mich ansprechen.

Ein Typ hat seiner Freundin grad gesagt, dass ich die jüngere Version von ihr sei, weil wir beide halb grün / halb dunkle Haare haben. Sie oben grün und unten dunkel, ich umgekehrt. Die Dame kommt zu mir, schaut mich an und fickt ihren Freund an, dass er frech sei. Aber nicht, weil es falsch wäre, sondern weil sie keine jüngere Version von sich haben möchte.

Ich schaue die beiden an und muss lachen.

“Girl, in keinem Leben bin ich jünger als du”

Sie guckt mir ganz genau ins Gesicht und ich zeige ihr voller Stolz meine Fältchen. Dann frage ich sie nach ihrem Alter und sie ist ganze 10 Jahre jünger als ich. Ich lache noch mehr und erklär ihr genau das.

Dann eskaliert die Gruppe um die beiden und es fühlt sich kurz an, wie ein Fanclub. Man nennt uns Zwillinge, will sie stehen lassen und nennt mich bei ihrem Namen, Doris. Ich finde es lustig, vor allem weil ich hier eigentlich nur stehe, um kurz meine Ruhe zu haben.

Nach längerer Diskussion zieht die Gruppe um Doris weiter. Kurz darauf kommt einer von ihren Kumpels aus einer anderen Ecke zurück, ist verwirrt das nur noch ich hier stehe und erzählt mir, wie tief seine Liebe zu seiner Freundin ist und wie sein Kind heisst.

War auch eine interessante Begegnung.

 

Da es hier nicht wirklich ruhiger ist als sonst wo, bin ich zurück zu meiner Truppe.

 

Während dem Offspring Konzert bin ich ein Flummi und hüpfe / tanze herum und habe riesigen Spass, auch wenn alle anderen das Konzert eher lahm fanden. Ich mag die Band halt einfach.

Irgendwann ploppt aus der Menschenmenge vor mir ein Typ heraus, der mich und meinen Steh Nachbarn anguckt und voller Freude “Endlich” ausruft.

Ich und mein Steh-Nachbarn gucken uns verwirrt an, und fragen den Plopp Typen, was den “endlich” geschehen sei. Und er erklärt uns voller Freude, dass er nun aus der Menschenmenge draussen ist. Ich, der Steh-Nachbar und die weiteren 20m Menschenmenge hinter uns haben dann gelacht. Und weil der Typ tatsächlich auch noch diskutieren wolle, haben wir uns abgedreht, sind weitergehüpft und haben ihn dann einfach ignoriert. Er hat dann selber gemerkt, dass er noch mitten in der Menge stand.

Die Theorie zum mitsingen der Offspring Lieder war übrigens:

“Chum mier singe irgendöpis, abr lut”

 

Nach dem Offspring Konzert wollte ich eigentlich weiter, weil mich Sabaton gar nicht mal so sehr interessiert hat. Dann treffen wir Lena und Mike und verquatschen die Zeit.

Und weil ich noch mit Jamie verabredet war und ihm meinen Standort von hier geschickt hatte, warte ich, während Sabaton anfängt. Zehn Minuten zu früh.

Die sind immer noch gut, aber trotzdem mache ich mich irgendwann auf die Suche nach Jamie (ja, der von vor drei Jahren, aus Irland, der wieder hier arbeitet. Funfact, der zwischendurch mal bei mir in der Firma gearbeitet hat, weil wir seit diesem Greenfield Kontakt hatten, ich ihm nen Job besorgen konnte und wir uns trotzdem knapp drei Jahre nicht mehr gesehen haben), weil die Triangulation mit den Fotos für ihn nicht so gut funktioniert, wie das unsere Greenfield Crew normalerweise gewohnt ist.

 

Als ich ihn finde, ist die Freude riesig.  Wir quatschen einen lustigen Mix aus Englisch und Deutsch und lästern kurz über Arbeitgebern.

Dann steht da auch Kahn in der Nähe, welcher vorbeikommt, Hallo sagt und kurz nach Luft schnappt, als ich ihm nen verkürzen Jahresabriss gebe.

 

Dann fangen die beiden an zu diskutieren und ich hab ein Lachflash, weil:

“Do you speak Spanish?” – “No, i don’t speak spanish. Do you speak Spanish?” – “No”…

KEINER VON EUCH KANN SPANISCH, WARUM ALSO FRAGT IHR DAS ÜBERHAUPT?

Ich hab da nur spanisch verstanden…

 

Kurz vor Konzertende sind wir dann weiter, damit wir die grosse Menge umgehen konnten. Leider durfte man schon nicht mehr zum Leuchtbecher Red Bull Zelt, also haben wir uns am Schluss auf den Helfer Camping zurückgezogen (keine Ahnung, warum man mich da überhaupt durchgelassen hat, aber als es hiess “Bändel zeigen” hab ich meinen, offensichtlich nicht Helfer-, Bändel gezeigt und wurde durchgewunken.)

 

Auf dem Zeltplatz hatte es viele Spanier (was die Diskussion von vorhin noch etwas lustiger gemacht hat) und wir haben uns verquatscht und irgendwann gemerkt, dass Jamie eigentlich am nächsten Tag früh arbeiten müsste und ich ev mal heim sollte.

Dumm wie ich bin, hab ich mir gedacht, anstatt das ich zurück zum Festival Gelände laufe, könnte ich alleine, im Dunklen an der Lütschinen entlang laufen bis Wilderswil, weil das müsste ja gehen.

Also bin ich um 3 Uhr morgens nicht mehr ganz so frisch, aber ziemlich fröhlich durch den Wald gelaufen. Schlauerweise immer schön links am Wegrand, weil rechts ja ein wilder Fluss fliesst und ich ja keinen Unfall riskieren wollte. Dumm nur, dass ich entsprechend nicht gemerkt habe, dass rechts irgendwann mal eine Verzweigung war, die ich nehmen sollte. Also bin ich irgendwann anstatt gerade aus und rechts eher Richtung links und mit Steigung den Hügel hinauf. Fand ich dann doch irgendwie falsch und Google Maps war der Meinung “Sie stehen im Wald” und so hat es sich auch angefühlt.

also einmal umkehren und ev doch mal licht machen (ich wollte die Tiere ja eigentlich nicht erschrecken mit dem licht)

Die erste Variante als Abzweigung wäre ein Wanderweg mit weiss-rot-weiss Zeichen gewesen, ohne sichtbarer Weg. Den wollte ich dann doch nicht riskieren. also bin ich noch etwas zurück und hab dann die vorher übersehene Abzweigung gefunden, mit dem richtigen weg.

vielleicht, aber nur vielleicht hab ich danach auch noch fast nen Umweg über den Friedhof gemacht, was auch gar kein bisschen gruselig war, mit all den Grabkerzen als einzige Lichtquelle.

Ich habs auf jeden Fall heim geschafft und mir vor dem zu Bett gehen nochmals nen Teller Nudelsalat gegönnt, weil der Spaziergang irgendwie viel länger gedauert hat, als geplant war.

War trotzdem lustig 😀

Habt ihr übrigens die tolle Tasche gesehen, die meine Schwester für die Greenfield WG hat drucken lassen?

 

Freitag

Am Freitag bin ich wieder als erstes wach, obwohl ich die letzte war, die überhaupt heimgekommen ist.

Meier kommt kurz nach mir aus dem Zimmer und wir frühstücken in Ruhe.

Wir versuchen herauszufinden mit Google Maps, wo ich letzte Nacht genau unterwegs war, aber lustigerweise erzählt meine Historie, dass ich überall war, was so halt nicht so ganz stimmt.

Irgendwann muss ich den Weg von letzter Nacht tagsüber laufen, um zu prüfen, wo ich da eigentlich genau war.

 

Als Sandy, die vierte im Bunde der diesjährigen Greenfield WG, aufsteht und aus dem Zimmer kommt, schaut sie uns verwundert an und fragt, warum wir schon alle angezogen sind.

Etwas erstaunt antworte ich, dass ich noch nicht mal Hosen trage und das so gar nicht als “angezogen” zählt.

Kurz darauf kommt meine Schwester heim, setzt sich zu uns und isst auch in Ruhe Frühstück / Mittag mit uns.

 

Weil wir Zeit haben, hören wir etwas in die Bands von heute rein.

Bei einer Band kommt die Frage auf: “Y: Isch das nid de Electro Boy?” und Nein, es war nicht Electric Callboy.

 

Wir machen uns auch heute eher früh auf den Weg Richtung Gelände, ausser meiner Schwester, die später nachkommt, weil die erste Band ganz interessant klingt, die zweite angeblich gut sei und ich unbedingt TBS hören möchte.

Auf dem Weg dahin grabscht Sandy aus Versehen an meinen Allerwertesten: “oh, Sorry..” – “Aues guet, är isch haut gross”

 

Moments of Madness ist gar nicht mal so schlecht, auch wenn wir nicht verstehen, warum der Typ zuerst voller Elan erzählt, sie seien aus Basel und dann nur noch Englisch mit allen spricht. Ev weil niemand den Basler Dialekt mag?

 

  • “Wetsch es bier?” –  “Es bööööö” (in Anlehnung, wie die Band geklungen hat)

 

Die zweite Band, mit irgendeinem französischen Namen, die aussieht, als wäre Jesus persönlich in der Band, ist gar nicht mal so mein Ding. Also ganz nett, aber zu wenig, als dass ich die hören muss.

Ich besorge mir also was zu trinken, schockier die Barleute mit der Tatsache, dass ich ein Focuswasser haben möchte und flaniere dann wieder etwas übers Gelände.

 

Für TBS stehen wir dann wieder auf unserem Stammplatz und die Jungs gehen ja so richtig ab. Spannend war die Tatsache, dass die weissen Klamotten schnell mal nicht mehr so weiss waren. Für mich heute die beste Band.

 

Leider musste Timo für heute absagen und so hab ich meine Schwester genötigt, dass sie mit mir an die Backstage Führung mitkommen muss.

Pünktlich zum vereinbarten Zeitpunkt stehen wir und zwei andere Gewinner und ihr jeweiliges +1 beim Treffpunkt und werden von Frank abgeholt. Dann erhalten wir nicht nur eine Führung durch den Bereich, denn man als Besucher normalerweise nicht sieht, Frank kann auch mit sehr interessanten Fakten und Zahlen aufwerten.

Zum Abschluss der Führung werden wir ins VIP Zelt eingeladen auf ein Bier und für die Nichttrinker gibts eine Apfelschorle. Also für ich.

Dort treffen wir auf Arne, der quasi das Pendant von Frank ist, einfach fürs Wacken Openair. Arne hat n lustiges Cap auf und trifft genau meinen unterirdischen Humor. Wir sprücheln rum und weil Frank eigentlich schon genug Zeit für uns geopfert hat, verabschieden wir uns bald mal, damit die Herren sich wieder den wichtigen Dingen widmen können.

Als wir gehen wollen, kommt von Arne nur ein „Wie, ihr lasst mich hier jetzt alleine” und ich frage ihn, ob er noch Pläne oder Verpflichtungen hat. Hat er anscheinend nicht, also nehm ich seine Hand und zieh ihn mit uns mit.

Bei unserem Trupp ist immer ein Platz für Leute, die alleine unterwegs sind.

 

Eigentlich möchte ich Frank noch nen Deal mit nem Greenfield Logo Tattoo und Freikarten vorschlagen. Der Gegenvorschlag war dann seine Initialen, was noch zur Debatte stand, als wir uns auf den Weg machen.

Könnten wir das Thema eventuell nochmals aufnehmen? 😀

Da die Einladung doch etwas überraschend kommt, kann Arne doch nicht so einfach weg. Also tauschen wir kurz Insta Profile und ich halt ihn auf dem Laufenden, wo wir stehen. Kurz darauf kommt er tatsächlich und gesellt sich zu unserem Greenfield Trupp. Und wie ich das von meinen Leuten gewohnt bin, wird er aufgenommen, als hätte er schon immer dazu gehört. Dazu stellen, Bier trinken, läuft.

Irgendwann steht mir Sandy auf die Füsse “Oh nei, i bidr uf d Füess gstange. Aber zums entschoudige, si si o gross” ((Wie mein Allerwertester… höhö))

Wir haben eine Diskussion über Füsse und Grössen und alle bemerken mal wieder, dass ich grosse Füsse habe. (Diese Diskussion führe ich echt öfters..)

 

Aus der Logo Tattoo Diskussion, die Frank gar nicht mehr führen kann, weil er im VIP Zelt geblieben ist, wurde mit Arne, Lena und Mike eine “wir machen einen Greenfield OF Account” Idee und dann hiess es “ivi hat das vorgeschlagen”. ähm, nein, ich wollte nur lebenslange gratis Greenfield Tickets und mir dafür ein Tattoo stechen lassen.

Kein Überschuss aus OF Content, welcher an die Fondation gespendet werden kann. Vor allem kein OF Content von mir. Einfach Nein!

Weil wir wissen alle “Milf ist die weibliche form von alf”

Nach einiger Zeit muss Arne wieder zurück und wir stehen immer noch da. Stähli hat ein Highlight von heute gefunden: “I ha nonie so es längs Röhrli zwüsche mine bei gha”

 

Danach gehen wir was essen, machen Pause, sitzen rum und sind dann wieder zurück, da wo wir immer sind.

Irgendwo dazwischen treffe ich wieder auf Kahn und wir haben ne kurze Diskussion, in der er mich auslacht, weil ich von den besten Jahren spreche. Der Arsch 🙂

 

Da kommt ein Radom Dude auf mich zu und fragt mit “Bist du den ne Milf?”

Ich antworte, wie immer, dass das absolut jedem selber überlassen ist, ob derjenige mich als solche sehen würde, oder nicht.

Dann erklärt er mir, dass er mich ja so sehen würde, aber er eine Frau hat und natürlich nicht würde, aber schon Interesse hätte.

Da war ich schon sehr bei “wtf?”.

Nur damit er mich plötzlich fragt “Möchtest du über deine Vorlieben sprechen und kannst du mir genau erklären, wie du Handgriff so und so findest?” und ich hilfesuchend Mike anstarre, der genau so mit einem Lachflash kämpft, wie ich gerade.

DUDE! NEIN, ich erklär dir hier keine Handgriffe, weil du etwas für deine frau zu Hause lernen möchtest. Hackts bei dir?

Etwas netter erklär ich ihm dann genau das. Er soll doch bitte mit seiner Partnerin üben und vor allem kommunizieren und ev nicht fremden Menschen auf nem Festival direkt und ohne Umschweife solche fragen stellen.

 

Schön haben wir danach auch andere Themen in der Truppe, wie zbsp was ist eine “Scheitter beige” auf hochdeutsch > holz beige, ähm stapel.

Egal, die nächsten Konzerte starten, laufen, gehen vorbei.

Pädel lacht mich aus, weil er sich Dinge vorstellt, die so nie passiert sind. Aber alles ok, du darfst das.

 

während dem Bad Omens Konzert ruft der Sänger irgendwas mit “….ave”

“Heter Dave oder Rave gseit?” – “Ev meinter de HP Baxxter vo Scooter, de wärs Dave gsi. – de chönts abr ou e Rave si.”

NICHT HILFREICH.

 

Sowohl Architects, wie auch Bad Omens fand ich ganz ok, aber haben mich nicht umgehauen. Da hätte ich mir die Zeit auch nehmen können für ein Picknick am See. aber das wäre wohl eher zu kalt geworden.

Und trotzdem eigentlich schade, haben wirs nicht ausprobiert.

 

Nach dem Konzert gehen wir mit der Menschenmasse Richtung Partyzone, was für meinen Geschmack schon sehr eng ist. Wir bleiben noch etwas vor dem Rockstar Zelt stehen, während die Hälfte der WG schon lange heim ist. Meier will nur mal kurz im Bravo Hits Zelt schauen, ob noch wer da ist und ward nie mehr gesehen. also machen Lena, Mike und ich uns auf den Weg Richtung Parkplatz, wo wir wieder auf Doris und ihren Trupp treffen. Wir haben nochmals nen riesen Gaudi und verabschieden uns dann.

Auf halbem Weg schreibt mir Meier, dass er nun auch auf dem weg ist und wir zeitverschoben heimlaufen.

 

Ich esse daheim noch kurz etwas (Nudelsalat) und als Meier kommt, machen wir nen kurzen Recap vom Tag, und gehen dann ins Bett. Mit dem Plan, nicht schon wieder um 6 wach zu sein.

 

Samstag

Es ist Samstagmorgen und wir starten den Tag mit Augenpads und einem ausgiebigen Frühstück.

Ich muss noch meinen Geldbeutel flicken, da dieser langsam aber sicher auseinanderfällt. Aber mir ist aufgefallen, ich ahb den vor über 10 Jahren gebastelt fürs Greenfield und ev ist es auch einfach mal an der Zeit, einen neuen zu machen.

Dann biete ich den Touristen von Interlaken noch einen Besuch am See an, weil ich grad Zeit hätte, was aber in die Planung der Herren nicht passt.

Also machen wir es uns in der WG auf der Terrasse gemütlich und warten auf das Eintreffen von Chrigi.

Als dieser mit seinem Fahrrad ankommt, meint meine Sis zu diesem: “E huere maschine!”

Stähli: “u ds velo isch ou schön, gäu?”

Heute wird ein Flachwitztag.

 

Wir machen uns auf den Weg Richtung Konzerte und es wird richtig heiss.

Bei Bloodywood, welche überraschend wenig Rigedigedigedig Musik haben, aber doch ein bisschen, muss ich einen Getränkestand suchen, der noch Focuswasser hat. Fündig werde ich erst bei der Eigerstage, da bei er Hauptbühne die neutralen Getränke am Ausgehen sind. Ganz schlechte Planung.

 

Zurück beim Konzert erklärt mir Stähli seine Bewertung der Bands, plus die Zahlen, die dahinterstehen, die lustig aussehen, aber keiner die Bedeutung kennt.

Seine Erklärung: “Das isch kompliziert, es isch excel”

Wir sind jetzt übrigens keine Freunde mehr.

Als wir ein Foto machen wollen, kommt Meier mit folgender Theorie: “aui söue luut si, wöu das ghörtme ufem foto”

Hat aber glaube ich nicht wirklich geklappt.

 

Es ist brätsch heiss. Anders kann man es grad nicht nennen.

Bei der nächsten Band muss ich leider Forfait geben, weil mein Kreislauf gar keinen Bock mehr hat. Also suche ich mit meiner Schwester zusammen nen Schattenplatz, wo wir gemütlich dem Poetry Slam gequatsche zuhören.

Dann gehen wir zum nächsten Konzert von “The Hardkiss”.

Irgendwann dort stösst auch wieder Arne von gestern dazu und verabschiedet sich. Da er heute noch mit seinem Kumpel / Chef (?) den Rückweg von über 1’100 km antreten wird, gehen sie noch was essen und machen sich dann auf den Weg. Sicher nicht dumm, bei dieser Hitze in der Nacht möglichst weit zu fahren.

Als er gegangen ist, meinte meine Schwester noch «Wie kommt er darauf jetzt schon Abendessen zu gehen?» schaut dann auf die Uhr und merkt, es wäre Abendessen Zeit.

Der Flughafen hat über die Tage einfach ein eigenes Zeit / Raum Kontinuum und daher ist Abendessen irgendwann passen und trotzdem nie.

Vor dem nächsten Konzert machen wir nochmals eine Schattenpause beim Rockstar Zelt.

Ich beobachte die Menschen, während um mich herum Freunde kommen und gehen.

 

Ich hab ne merkwürdige Begegnung mit nem 22-Jährigen, der zum ersten Mal auf diesem Festival ist und mir erklären will, wie ALLE Männer auf diesem Festival drauf sind (Spoiler: Er lag falsch).

 

Kurz darauf kommt ein anderer Typ, der aussah, als ob er jemanden hinter mir und meiner Schwester sucht. Wir drehen uns also beide um, sehen aber niemand, der gemeint sein könnte. Dann spricht er mich an, wie schön meine Haare sind und wie kreativ mein Cap.

Er kommt mir viel zu nahe und ich hab eigentlich grad gar keinen Bock auf neue Menschen.

Er streckt mir seine Hand hin und meint “Ich bin de robi und du bisch?”

Ich gebe ihm die Hand und antworte freundlich: “..nicht interessiert.”

 

Schade hab ich den Blick meiner Schwester da nicht fotografiert. Das war nicht böse, nur ehrlich. Und ich bin freundlich geblieben. Aber es ist so heiss.

 

Während ich mir Notizen zum Tag mache (für diesen Bericht), kommt Robi nochmals vorbei, ob ich immer noch nicht interessiert bin. Jetzt bin ich schon leicht genervt und ignoriere ihn.

Ebenso beim dritten und vierten Mal. Anstrengend.

 

Aber natürlich gab es da auch nette Begegnungen. Zbsp der Typ, der im Vorbeigehen dachte, mein Fächer sei ein Schleier und dann so verwirrt war, dass wir dann beide lachend dastanden. Oder als mürggu plötzlich vor uns stand. Nüchtern, ausgeschlafen und ohne das er verloren ging. Er ist einfach erwachsen geworden.

Und all die lustigen und fröhlichen Menschen, in ihrem bunten Treiben.

 

Für das Breaking Benjamin Konzert machte sich meine Sis wieder auf den Weg Richtung Hauptbühne, während ich noch etwas darüber sinniere, wie hoch die Chance ist, dass wenn man von einer Band nur ein, zwei Lieder kennt, dann genau das die einzig guten Lieder der Band sein könnten und daher das ganze Konzert eher langweilig werden würde.

Ich laufe noch etwas übers Gelände und kaufe beim Stand der Bekannten von Stähli noch zwei Fächer, weil ich da aus Prinzip immer irgendwas kaufe.

Dann mache ich mich auch wieder auf den Weg Richtung Wochenend-Truppe.

 

Kurz vor dem allgemeinen Treffpunkt sehe ich jemanden, mit dem ich online schon kommuniziert hatte und daher geh ich für ein “Hallo” kurz vorbei. Direkt darauf steht Nuk vor mir und wir starten eine wichtige Diskussion, wer schon wie viele Makaii Collection Tshirts gesehen und fotografiert hat.

Im Hintergrund sehe ich ein bekanntes Grinsen und erkenne den sympathischen Typen, mit der Schleier Diskussion von vorhin.

Als erstes wollen Nuk und ich ihm natürlich direkt ein Shirt verkaufen. Das hat irgendwie nicht so ganz funktioniert. Aber als Max uns erzählt, dass er eigentlich allein unterwegs ist, weil er keine Roamingdaten mehr hat und daher keinen Plan, wo seine Zeltnachbarn grad sind, verwerfe ich den Verkaufsplan und adoptiere ihn direkt.

Nuk geht weiter und ich nehm Max mit zu unserer Stammtruppe. Resp wäre der Plan gewesen, weil von der eigentlichen Stammtruppe stehen nur ein, zwei Leute da, dafür erweiterte Bekannte von denen. Egal, hier fühlt man sich nie allein.

 

Als dann Lena und Mike dazu stossen, machen wir direkt wieder nen schlechten Eindruck, weil Max auch in die nichtexistierende OF Gruppe eingeladen wird. (Nicht von mir)

Ihm ist es auf jeden Fall nicht langweilig mit uns.

 

Als Lena und Mike für das nächste Konzert eher weiter nach vorne wollen, gehe ich mit Max mit, weil ich annehme, sonst verlieren wir ihn ja wieder. Und ich muss sagen, hat sich definitiv gelohnt, der Patz den wir ausgesucht haben war perfekt von der Sicht her und die Bergkulisse vom Greenfield selber einfach grandios. Konzert inkl Sonnenuntergang hinter den Bergen, hach, richtig, richtig schön. Ich komme bei der Location echt immer wieder ins Schwärmen.

Von der Band “Three Days Grace” kannte ich keinen Song. Die Aussage “irgendwas kommt dir dann schon bekannt vor” war daher wohl etwas gewagt. Musste trotzdem lachen, als ich bei den bekannten Hits planlos dastand, während alle um mich herum voller Inbrunst mitgesungen haben. Aber ich hab die jetzt auf meiner Playlist, wirklich.

Nach dem Konzert von 3DG sind wir kurz noch zum Schliessfach, um etwas mehr Klamotten zu holen, um dann für Papa Roach ready zu sein.

Wir holen noch was zu essen und stehen dann vor dem nächsten Gig da, wo wir ca 2 Stunden vorher Nuk getroffen haben. welche natürlich genau dann wieder da durchläuft und uns fragt, ob wir uns denn gar nicht bewegt haben, seit der letzten Begegnung.

Musste schon etwas lachen, aber doch, wir waren singen, tanzen, essen und unterwegs.

 

Vor dem Start holen wir noch etwas zu trinken und weil ich Bierduschen kenne, schütten wir das Bier in eine leere Getränkeflasche, damit wir diese mit ins Gedränge nehmen können, ohne vorsichtig sein zu müssen.

 

Mein Plan ist nicht, bei Papa Roach Konzert weit nach vorne zu gehen, weil ich weiss, wie eng es da werden kann und der Kontrollfreak in mir das so gar nicht geil findet.

Und trotzdem bin ich bei Papa Roach für meine Verhältnisse relativ weit mit nach vorne und muss sagen, definitiv eines der besten Konzerte in diesem Jahr. Meine Güte, haben die Jungs performt. Und das Crossover mit dem Sohn von Sänger Jacoby Shaddix war einfach insane.

 

Nach diesem unglaublich tollen Konzert bleiben wir erst mal stehen, weil das Gedränge echt wild ist. Da kommt die Idee auf, dass wir ja noch weiter nach vorne könnten. Ja, klar, weil ich Volbeat u gärn ganz weit vorne hören möchte. Damit ich das eine Lied ganz laut und nah hören kann. Haben wir dann auch tatsächlich gemacht. Ich muss zugeben, mir ist zum ersten Mal aufgefallen, dass es ev zwei oder sogar drei Lieder gibt. Aber die Leute, die Crowdsurfing ohne Crowd praktizieren wollten, fand ich dann schon etwas…. ähm… dumm? Vor allem wenn die Tragenden dann einfach mitlaufen mussten, weil niemand die Surfer übernommen hat oder ein Loch in der Menge war. Sah lustig aus, aber war auch etwas anstrengend. Und der Typ, der solo nen Moshpit starten wollte, und dabei das Mädel neben mir volle Breitseite erwischt hat mit den Armen hatte Glück, dass ich weggezogen wurde. Sonst hätte ich noch nen Vortrag über Consens und Rücksicht während Konzerten geführt.

 

Nach dem Konzert holen wir noch die restlichen Klamotten aus dem Schliessfach und wuseln noch etwas übers Gelände.

Die meisten sind jetzt im Rockstart zu finden oder im Bravo Hits Zelt. Beides Orte, an denen ich definitiv nicht sein möchte, weil zu viele Menschen und zu eng.

 

Trotzdem bin ich die ganze Nacht noch unterwegs und kann morgens den Sonnenaufgang auf dem Gelände bewundern. Teils wird es hier erst leiser, teils langsam wieder wach.

Ein schöner Abschluss für ein Phänomenales Wochenende.

Es ist mittlerweile schon so spät, dass ich den Zug nach Hause nehmen kann und gar nicht alles laufen muss.

 

Kommt auch selten genug vor, dass ich als letzte heimkomme am Sonntagmorgen. Normalerweise sind Meier und Sandy die zwei, die singend und im ZickZack Kurs nach Hause kommen. Spät, sehr, sehr spät.

Ich gehe nochmals ins Bett, weil ja eh noch niemand wach ist.

Dafür sind ALLE wach, als ich zwei Stunden später aufstehe.

Verkehrte Welt, normalerweise fahren wir los, während die restliche WG noch schläft. Aber schön, mal ganz neue Dinge zu erleben.

Es gab so viele erste Male an diesem Greenfield

 

Nach einem guten Frühstück packen wir zusammen und machen uns auf den Heimweg.

 

Gut haben wir siebenmal geprüft, ob wir auch wirklich nichts liegen gelassen haben, nur damit ich den Hausschlüssel von Meiers Wohnung mit nach Winti nehme. Ein Grund, mal unter dem Jahr ins Berner Oberland zu fahren.

 

Ich hab jetzt schon etwas Herzschmerz, weil das Wochenende so unglaublich toll war. Leute, ich liebe euch echt so sehr und freue mich immer mit euch diese Geschichten zu erleben! Danke das ihr ein Teil davon seid!

Und das ich dazu jetzt knapp 16 Seiten geschrieben habe, glaubt mir auch keiner xD

 

Beste Tage im Jahr <3