Zwei neue Berndeutsche Wörter, welche man in Zürich gerne mal verwechselt, wenn ich danach frage:
gängälä
hierzu hab ich im netz einen super spruch gefunden, welcher noch perfekter berndeutsch gar nicht sein kann: „gang geng gredi gäge gümlige ga guge ob gerber gödus gielä caramel gängälä.“
wer die übersetzung dazu benötigt: „Geh immer geradeaus gegen Gümligen, um nachzuschauen ob Gerber Gottliebs Buben ihr Geld für Karamell ausgeben.“
Gängälä bedeutet so viel wie „Geld ausgeben für etwas schönes“ (das man eigentlich gar nicht benötigt“. Im Züri-Deutsch haben wir hierzu kein Wort gefunden. Zürcher kaufen sich nie etwas, das sie nicht brauchen 😉
grümschele
wenn jemand etwas am „ume grümschele“ ist, dann ist er sich am verzetteln im detail, und beschäftigt sich mit irgendetwas unwichtigem. grümschele kann spass machen, meistens hat man danach aber kein endergebnis, weil man nur bisschen geguckt und hin und her geschoben hat, aber nicht so richtig was aufgeräumt, gesucht/gefunden, etc hat.
„gängele“ gibt es in Zürichdeutsch schon, ist aber „rumstehen“, „nichts zielgerichtetes tun“, „zu langsam sein“ wie etwa „die hend z’lang umegengelet, drum hends de zug verpasst“ oder „de Hans isch zspat gsi wiler uf em Schulweg umegängelet hät“. Das Berndeutsche „gängälä“ gibt es nach meiner Meinung sehr wohl im Zürichdeutsch und heisst „chrämle“. Im Satz oben würde es dann heissen „… ob am Gerber Godi sini Buebe am Zeltli chrämle sind.“ (btw: im Gegensatz zum Berndeutsch gibt es im Zürichdeutsch kein Genitiv)
„grümschele“ würde im Zürichdeutschen vor allem für Tätigkeiten gebraucht, die nicht zielgerichtet sind und deren Zweck für einen Aussenstehenden nicht erkennbar ist. Ein ähnliches Wort ist „umechnuschte“.