Am Samstag war ich an einem Weltrekordversuch für einen Eintrag im Guiness World Records Buch. Thematik? Aare Böötle… Man wollte so viele Leute und Böötchen wie möglich von Kiesen nach Bern „schiffen“ lassen…
Der alte Rekord hatte eine Stadt in Japan, mit 1086 Teilnehmern geholt im Jahr 2009. Letztes Jahr gab es anscheinend schonmal den Versuch für einen Rekord, welcher aber ziemlich wenige Teilnehmer fand. Daher um so schöner hatten sich für den Samstag die 1’200 Startplätze wie warme Weggli verkaufen lassen.
Hier die Infoseite des Events:
http://gonnado.com/event/gummiboot-fahren/kiesen/9f0a23c6/
Leider war der Event selber alles andere als schlau organisiert…..
Ich selber hatte mich Donnerstag Abend noch als „unabhängige Zeugin“ gemeldet, um Böötchen zu zählen und irgendwo meine Unterschrift zu geben das ich Böötchen gezählt hätte. Am Samstag, während des Anstehens für das CheckIn hab ich n SMS erhalten „Hallo Supervisor……“ Ehm, hallo, ich bin kein Supervisor, nur Zeuge… Also mal den nächst Besten vom Orga Team angequatscht, was die SMS bedeute… „Ach, das sei das selbe…“ Tschuldigung, es kann unmöglich das selbe sein für 24 andere Boote ein Stück die Augen offen zu halten und einzugreifen wenn was schief läuft, ev sogar 1te Hilfe zu leisten (oÄ) ODER einfach nur 25 Boote zu zählen, und zu unterschreiben… Ich also schonmal eher generft, von der schlechten Orga.. Wie kommen die auf die Idee, sowas zwei Tage vor dem Event zu planen? Hallo, Supervisor ist irgendwie ein wichtiger Job, da könnt ihr doch nicht jeden Depp aus dem Internet nehmen.. *heul*
Egal.. Nach dem Einweisen als Supervisor und dem CheckIn (an dem wir eine ganz andere Nr erhalten haben, als mir vorher an der Einweisung gesagt wurde) ((und der „Staffbändel“ anstatt nur ein „Staff“ oder „Supervisor“ Schild ein „Fotograf“ Shild dran hatte, welches natürlich für gar nichts zu gebrauchen war….)) sind wir die Boote suchen gegangen…..
Also mal der Aare entlang Richtung Thun.. Irgendwann, wieder ne Schlange zum Anstehen. Kennen wir doch schon, hätten wir vorhin beim CheckIn nicht ein Stück vorgedrängt wegen der Einweisung als „Staff“ (hahaha..) würden wir wohl immer noch warten auf bessere Tage. Also wieder warten… Bis wir bei der Bootausgabe ankommen, resp das Boot kann man einfach nehmen, es wird nun einfach die „Startnr“ mit Schreiber drauf geschrieben.
Boot geschnappt und im Wäldchen mal ne kleine Pause eingelegt. Es ist 14:00, nichts passiert… Eigentlich wäre jetzt der Start.
Die Leute werden langsam ungeduldigt, die Ersten schon sehr betrunkenen Gruppen machen sich bemerkbar und ein, zwei Böötler schiffern ohne das Startsignal davon.
Wir für uns haben beschlossen, das wir um spätestens 15:30 selber starten, sollten bis dahin keine weiteren Infos vorliegen….. Und als hätten sies geahnt, kommt um 15:00 die Info: „Bitte noch nicht starten, wir starten alle in ca 20min gemeinsam“ (Am Anfang war die Idee immer 25 Boote starten zu lassen, pro 50 Leute wäre dann ein Supervisor quasi zuständig und per Handy mit dem Notfall verbunden..) Jut, da nun alle mit allen starten ist meine Pflicht hinfällig, ich kann ja nicht auf alle schauen.
Trotzdem halte ich die Augen offen, aber ausser ein paar luftlose oder gekenterte Boote scheint alles ziemlich ruhig zu sein. Überraschend für uns, weil nach dem Alkoholpegel einiger Teilnehmer ist die Chance sehr gross gewesen, ein paar Leute nach dem Event noch im Wasser suchen zu müssen.
Die Fahrt selber ist eher ruhig, wir geniessen das tolle Wetter und gucken das wir ganz im Eichholz landen. Sogar fast trocken haben wirs bis dahin geschaft, nur ca 200m vor dem Ausstieg gabs ne grössere Rechskurve und dort hatte es ein paar Wellenschläge, welche noch kurz unser Boot gefüllt haben. Egal, ist ja nur Wasser! =)
Im Eichholz herrscht ein grosses Chaos. Man sucht sich nen trockenen, sonnigen Platz und kommt mal zur Ruhe. Dann gibt man noch seine Bootsnr an und dann kommt eigentlich der gemütliche Teil.
Naja, sollte…. Die Gratiswurst haben wir nicht geholt, da nach 30min anstehen und keinen Meter vorwärtskommen unser Hunger zu gross war, und wir selber was kaufen giengen. Dazu muss noch gesagt werden, dass das angegebene „Proviant-Pack“ wohl der grösste Witz war, den sich die Organisation geleistet hat. Ich meine, wenn ich weis, es gibt nichts zu essen, packe ich doch was zu essen mit aufs Boot. Aber wenn da steht, es gibt ein Proviant-Pack und danach pro Boot eine Packung „Gewürzspeck“ verteilt wird, ist das schon eher traurig. Ohne Brot, nur einfach die Speckstückchen für sich..
Auch der Gratis Shuttle vom Eichholz zum HB Bern wurde anscheinend von vielen nicht gefunden. Uns wars egal, wir sind dann mal hoch zur Hauptstrasse und ich hab das Tram zum HB genommen.
Und als ich in meinem Zug sass, welcher 20:02 nach Winti fuhr, war ich schon fast eingeschlafen, vor lauter Erschöpfung der heissen Sonne, des langen Wartens und der tollen Aarefahrt.
Für uns definitiv keine zweite Teilnahme wert. Dafür haben wir jetzt aber je ein kleines Boot zum rumplanschen, oder ev ne eigene Aarefahrt zu machen.
Wenigstens für den Rekord hat es anscheinend gelangt! =)

