Putzfrau – Segen oder Fluch?

Letztes Jahr hab ich in einem Gespräch mit einer Arbeitskollegin, welche von ihrer erste und neuen Putzfrau erzählt hat, beschlossen, das ich auch eine Putzfrau anstellen möchte.

Also nicht lange gefackelt (mache ich eigentlich nie..) und bei der Putzfrauen Agentur in Winterthur angefragt, ob jemand verfügbar wäre.

Danach erste Wohnungsbesichtigung mit der Agenturchefin und der Putzfrau, Putzmittel nach Wunsch einkaufen und einen ersten Termin ausmachen. Ich hab die Putzfrau jeweils so geplant, das ich selber auch zu Hause bin, damit ich die Küche putzen konnte, während die Haushaltshilfe aufsaugt, feucht aufnimmt und die Bäder macht.

Am ersten Tag hab ich schön alles aufgeräumt, die Böden freigemacht (Teppiche, Stühle und Sonstiges was halt so rumsteht auf die Tische, oder das Bett geräumt) und gewartet. 10min nach dem ausgemachten Termin war ich schon arg nervös, denn die Dame war noch nicht eingetroffen. Also kurzer Anruf im Putzinstitut, ob ich mich im Tag vertan habe. Alles korrekt. Und direkt während ich auflegte klingelt es an der Haustüre.

Na gut, der erste Eindruck ist schon mal etwas gedämpft mit einer knappen Viertelstunde Verspätung. Aber rasch wird ans Werk gegangen und ich erhalte sogar Tipps, was man wie waschen könnte, etc. Also doch noch irgendwie nett.

Während der Zusammenarbeit bemerke ich schon, das mein Dialekt kleine Schwierigkeiten mitbringt, denn die nette Frau X. (Name bekannt, aber wird hier nicht erwähnt) spricht nur gebrochen Deutsch und nickt zwar wenn ich etwas sage, aber versteht soweit ich das Verhalten nach klaren Anweisungen interpretiere, nicht wirklich mein Berndeutsch. Schade. Ich würde ja auf Hochdeutsch wechseln, aber wenn man mir nicht sagt, das man mich nicht versteht, gehe ich davon aus, das meine Anweisungen klar sind.

Egal. Nach den ersten beiden Monaten bin ich öfters mal abwesend während ihren Einsätzen, da ich das Gefühl habe, das es auch ohne mich läuft. Da das mit der Zeit irgendwie immer noch so läuft, das man 10min später kommt und dafür 5min eher geht als ausgemacht wurde, habe ich kein schlechtes Gewissen, wenn ich auch mal die Küche auf die To Do Liste setze, oder erwähne, das doch bitte Stühle und Teppiche (die nicht mehr von mir weggeräumt werden, und daher auch nicht von mir zurückgestellt werden sollten) an ihrem angestammten Platz liegen sollen, wenn wir nach Hause kommen.

Aus dem am Anfang als total Happy Gefühl, das geputzt war, wenn man am Abend nach der Arbeit nach Hause kommt, wurde aber bald ein „Was ist dieses mal kaputt“ und ein „Warum muss ich schon wieder alle Teppiche in der Wohnung zurück legen“. Man merkte jedesmal das jemand in der Wohnung war, was mit der Zeit sehr nervig wurde.

Kurz vor Ende Jahr wurden wir via der Agentur über ein kaputtes Zahnglas informiert, das beim Putzen heruntergefallen sein. Da wir genau die Zahngläser nicht geputzt haben wollten, da dort immer sehr viel Kleinkram gesammelt wird und wir die Gläser ab und an einfach in die Abwaschmaschine stellen. Auf die Email haben wir dann reagiert und erwähnt, das wir es nicht so toll finden, jedesmal nach der Putzfrau aufräumen zu müssen und das öfters mal etwa kaputt sei, dies aber das erstemal mit Meldung. Laut Agentur war unsere Putzfee an diesem Tag wegen einem anderen Termin unter Zeitdruck und konnte daher das mit den Teppichen nicht erledigen, weil die Böden noch feucht waren.

Schade, wenn man aber schon über 2 Monate mit der Person zusammen geputzt hatte und weis, das 1. die Putzfrau nur 1,75h in der Wohnung ist, anstatt wie vereinbart 2h und 2. die Teppiche von mir immer in dieser Zeit zurückgelegt wurden, da alle Böden schon trocken waren.

Kurzum wurde uns eine neue Putzfrau zugeteilt, welche ab dem neuen Jahr putzen sollte. Um jegliche Missverständnisse zu eliminieren, hatten wir für Frau Y. von Anfang an eine To Do Liste auf dem Esszimmertisch mit Anweisungen. Beim ersten Mal wurden wie vereinbart 2h verrechnet. Da mir nach dem ersten Mal aufgefallen war, das nicht nur die Küchenablage, sondern auch alle Schranktüren geputzt wurden, war mir klar, das dies mehr Aufwand war, als 2h. Also habe ich die Anweisungen klarer definiert und bei Küche erwähnt das nur die Ablageflächen geputzt werden müssen.

Beim nächsten Termin wurden dann 2.5h verrechnet, obwohl weniger zu tun gewesen wäre. Für uns nicht mehr wirklich tragbar, denn nun wurde auch unser Staubsauger mit einem kaputten Rad einfach im Putzschrank verräumt. Also haben wir die Kündigung auf den nächstmöglichen Termin gesendet, mit der Information, das wir auf weitere Einsätze gerne verzichten würden. Da dies aber nicht möglich war, da die Planung für den Monat gemacht war und Lohn und etc. (Aber man konnte am Freitag absagen, wenn man am Montag die Putzfrau nicht im Haus haben wollte, is klar, oder..) Egal, ein letzter Termin stand also an.

Per Email hatten wir auf ein paar Sachen hingewiesen, das wir zBsp nicht bereit wären für mehr als 2h Arbeit zu bezahlen, da unsere Wohnung nicht so gross ist und vor allem uns ja schon bewusst war, das die alte Putzfrau ja jeweils sogar weniger lang in der Wohnung war als vereinbart. Dreist fanden wir auch, das unsere Badezimmerteppiche einfach auf unsere Wäschekörbe gelegt , anstatt gesaugt wurden. Und das unser Putzschrank in unseren Vorratsschrank geräumt wurde, mit den nassen, gebrauchten Putzutensilien fanden wir auch nicht lustig. Der Umstand, dass alle Abfallbehälter geleert wurden, war zwar nett gemeint, aber bei Säcken ohne viel Inhalt leider auch nur eine Sackverschwendung. Es hat also einfach nicht mehr richtig gepasst.

Nach dem letzten Termin kommt die Rechnung für 3h Arbeitsaufwand, wovon ich natürlich gleich mal 2h bezahlt habe und die Agentur über die falsche Summe informiert habe. Daraufhin wurde uns gesagt, das die 3h schon korrekt seien, da an diesem Tag sehr viel zu tun war und wir doch bitte den vollen Betrag zu bezahlen hätten.  Aha.

Zum Glück hab ich eine Rechtsschutzversicherung, bei der ich den Sachverhalt direkt mal abgeklärt habe. In dem Vertrag mit der Agentur steht nämlich klar „2h alle zwei Wochen“ plus unsere Email ca eine Woche vorher erklärt auch nochmals, das wir nicht mehr als 2h Aufwand bezahlen. Was gab es da falsch z uverstehen? Ansonsten könnte man sich ja einen schönen Tag machen und würde bei uns immer was zu putzen finden. (Ja, zBsp die Fenster, den grossen Balkon mit all dem Blütenstaub, Staub wischen könnte man, etc, etc..). Leider hab ich nach meiner letzten Email, in welcher nochmals der Vertrag erwähnt wurde, nichts mehr von der Agentur gehört. Weder ob der Fall nun abgeschlossen sei, noch ob ich nochmals mit einer Mahnung rechnen muss. Aber das war im März. Die Agentur kann mich also immer noch überraschen.

 

Mein Fazit für ich => Definitiv Fluch!

Ich putze lieber selber. Bis vor einem Jahr hab ich den Boden feucht aufnehmen als grandios doof empfunden. Nun kann ich dank gutem Timing immer direkt nach dem Staubsaugen meines Holden gleich die Böden feucht aufnehmen und zag, hat man auch das schon erledigt. Und mit den gesparten 160.- geh ich lieber Essen oder kaufe mir was schönes, so eine Putzfrauen-Agentur kann ich nicht wirklich weiter empfehlen.