{"id":6364,"date":"2018-03-04T15:00:46","date_gmt":"2018-03-04T14:00:46","guid":{"rendered":"https:\/\/develi.ch\/?p=6364"},"modified":"2018-07-30T09:01:57","modified_gmt":"2018-07-30T07:01:57","slug":"das-gruene-einhorn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/develi.ch\/?p=6364","title":{"rendered":"Das gr\u00fcne Einhorn"},"content":{"rendered":"<header class=\"entry-header\">\n<blockquote>\n<p class=\"entry-title\"><em style=\"color: #767676; font-size: 19px;\">\u201eNach allgemeinem Konsens sieht ein Einhorn ja relativ elegant aus, halt wie ein Pferd, meistens weiss, mit Horn. Da aber kein (n\u00fcchterner) Mensch in meinem Umfeld jemals ein Einhorn gesehen hat, frage ich mich warum unsere Vorstellung \u00fcber ein Fabelwesen dermassen gefestigt ist.\u201c<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<\/header>\n<div class=\"entry-content\">\n<blockquote><p>\u2013 Ben Kirch, 2015<\/p><\/blockquote>\n<p>M\u00fchsam navigierte George den Mauszeiger auf den Link. Obwohl er schon oft einen Computer benutzt hat, die Maus, die\u00a0Judas, sein Besch\u00fctzer ihm angefertigt hat, war immer noch schwer zu beherrschen. Wer hatte ihm diesen Link geschickt? Niemand wusste dass er hier war, geschweige denn welche Internetseiten er sich normalerweise ansah. Er blickte sich nerv\u00f6s in seinem Zimmer um, doch abgesehen von einigen Heuballen und einer Tr\u00e4nke war der Raum bis auf den kleinen Tisch mit dem PC leer und hell erleuchtet. George hasste Dunkelheit, es war nicht so, dass er sich im Dunkeln f\u00fcrchtete, aber es war ihm unwohl, wenn er sein Umfeld nicht sehen konnte.<\/p>\n<p>Er konzentrierte sich wieder auf den Monitor. Nachdem er auf den Link geklickt hatte schien nichts zu passieren, der Bildschirm war komplett weiss, und in der Mitte des Screens stand<\/p>\n<p>\u201eDu bist nicht allein\u201c<\/p>\n<p>Darunter war ein Hyperlink mit dem nichtssagendem Namen \u201eKlick Mich\u201c. George st\u00fctzte seinen Kopf auf einen Huf und \u00fcberlegte wie es m\u00f6glich war dass er keine Adressleiste, keinen Desktop und auch sonst nichts auf dem Bildschirm vorfand. Hatte er sich einen Virus eingefangen? Pl\u00f6tzlich ver\u00e4nderte sich der Hintergrund, wechselte von einem blendenden Weiss zu einem leuchtenden\u00a0Gr\u00fcn, die Schrift verschwand und Wort f\u00fcr Wort erschien ein neuer Text in der des Screens: \u201eBist du allein?\u201c<\/p>\n<p>George stutzte, nicht \u00fcber die Frage an sich, aber er hatte keine Ahnung wie er das beantworten sollte. Da war kein Button, kein Link, nur diese eine Frage auf gr\u00fcnem Hintergrund.<\/p>\n<p>Bescheuerte Viren heutzutage\u2026 Er dr\u00fcckte die ESC Taste, doch nicht passierte, dann dr\u00fcckte er mit seinem linken Huf auf ALT und mit dem Horn auf F4, doch nichts geschah. Was war hier los?<\/p>\n<p>Pl\u00f6tzlich erschien eine weitere Zeile unter der Frage: \u201eAntworte mit JA oder NEIN\u201c<\/p>\n<p>Was zur H\u00f6lle war hier los? Er konnte sprechen, das war nicht das Problem, auch wenn er es sehr selten tat. Genaugenommen hatte er bisher nur mit seinem Besch\u00fctzer gesprochen, er war der einzige der wusste, dass es ihn \u00fcberhaupt gab. Z\u00f6gernd r\u00e4usperte George sich und antwortete; \u201eJa\u201c<\/p>\n<p>Der Text verschwand und pl\u00f6tzlich \u00f6ffnete sich eine Internetseite. George studierte die Adressleiste. www.develi.ch\u00a0stand dort. Anscheinend handelte es sich um einen normalen Blog, er scrollte nach unten, nicht schien aussergew\u00f6hnlich, ausser vielleicht der gr\u00fcne Hintergrund.<\/p>\n<p>\u201eWas soll das?\u201c murmelte George vor sich hin, und pl\u00f6tzlich erschien auf der rechten Seite wider ein Text auf dem gr\u00fcnen Hintergrund: \u201eHallo, freut uns das du uns gefunden hast, wir sind dEvEli, und haben schon auf deine Ankunft gewartet.\u201c Jetzt war George sprachlos, seit wann hatte ein Blog den bitte ein Sprachinterface? \u201eWas ist develi?\u201c fragte er z\u00f6gernd, und umgehend erschien neuer Text unter dem alten: \u201edEvEli ist die Abk\u00fcrzung f\u00fcr \u201cdie Einh\u00f6rner von Eli\u201c und wir sind ein Geheimbund der versucht den Ausserw\u00e4hlten zu finden\u201c George starrte auf den Text, unf\u00e4hig einen klaren Gedanken zu fassen.<\/p>\n<p>Er ging hin\u00fcber zu der Tr\u00e4nke und trank ein paar Schlucke Himbeersirup. Es konnte unm\u00f6glich wahr sein, die Menschen glaubten nicht an Einh\u00f6rner, und auch wenn Einh\u00f6rner in Kinofilmen und Youtube-Virals vorkamen, bestenfalls als fluffige Stofftiere oder Zeichnungen.<\/p>\n<p>Er stellte sich wieder an den PC und sagte zaghaft: \u201eEs gibt doch gar keine Einh\u00f6rner.\u201c Sofort erschien neuer Text: \u201eNur weil die meisten Menschen nicht an Einh\u00f6rner glauben, heisst das nicht das es sie nicht gibt.\u201c Z\u00f6gernd fragte George: \u201eBist du ein\u00a0Einhorn?\u201c und blickte erwartungsvoll auf die Webseite. \u201eNein, ich bin HAL 9001, eine k\u00fcnstliche Intelligenz, die zusammen mit meinem M.\u00dc.P. Arthas auf die Erde geschickt wurde um den Auserw\u00e4hlten zu finden, um den drohenden Untergang von Eli abzuwenden.\u201c<\/p>\n<p>George glaubte nicht was er da las, und was zum Teufel war ein M\u00dcP? Er musste die Frage wohl laut gestellt haben den HAL antwortete: \u201eM.\u00dc.P. ist eine Auszeichnung die K\u00f6nigin Agnes an die st\u00e4rksten Einh\u00f6rner ihrer Garde verleiht und steht f\u00fcr magisch-\u00fcberm\u00e4chtige Person. Mein Meister Arthas hat diese Auszeichnung kurz vor seiner Abreise zur Erde bekommen.\u201c<\/p>\n<p>Tr\u00e4umte er? Das musste ein Scherz sein, auch wenn Judas ihm nie erkl\u00e4rt hatte wo er herkam oder warum George sich nicht den Menschen zeigen durfte, hatte er immer gedacht er sei das einzige Einhorn auf der Welt. Die Geschichte die er Ihm vor langer Zeit erz\u00e4hlt hatte, wie er George aus einem Versuchslabor gerettet hatte, hatte ihn immer veranlasst zu denken, er sei das Resultat eines Experiments gewesen. Er wusste das Besch\u00fctzer in Wirklichkeit Andreas hiess, aber da er George aus dem Labor gerettet hatte und somit seinen damaligen Arbeitgeber verraten hatte, hatte er sich aus Jux angefangen, sich Judas zu nennen.<\/p>\n<p>Er konzentrierte sich wieder auf den Monitor, \u201eWer oder was ist der Auserw\u00e4hlte den ihr sucht?\u201c HAL antwortete umgehend \u201eauf Eli, unserem Heimatplaneten gibt es Einh\u00f6rner, die Magie verwenden k\u00f6nnen, sie werden damit geboren, und ihre Magische Kraft, oder MANA, ist eine wertvoller Ressource die sowohl als alternative Energiequelle oder aber zum Kampf genutzt werden kann. Leider hat der letzte Herrscher viele Einh\u00f6rner in seine Armee zwangsrekrutiert, um seine Macht auszubauen, jedoch starben im Verlaufe der Interstellaren Kriege viele dieser Soldaten und nun droht Elis Energiereserve zur Neige zu gehen, wenn wir nicht den Auserw\u00e4hlten finden. Alte Prophezeiungen sprechen von einem gr\u00fcnen Einhorn, das einen so grossen Manapool hat, das der ausgek\u00fchlte Planetenkern wieder stabilisiert werden kann.\u201c<\/p>\n<p>\u201eSind denn nicht alle Einh\u00f6rner gr\u00fcn?\u201c Georges Gedanken rasten, und nun wartete er gespannt auf die Antwort.<\/p>\n<p>\u201eNein, die meisten Einh\u00f6rner sind weiss, und nicht magisch. Diejenigen die Magie nutzen k\u00f6nnen, haben eine der Regenbogenfarben, je mittiger die Farbe im Regenbogen sitzt, desto st\u00e4rker ist sie. Arthas zum Beispiel hat gelbes Fell und ist somit einer der st\u00e4rksten Einh\u00f6rner die es gibt, genauso wie die blauen Einh\u00f6rner.\u201c<br \/>\nNun erschien ein kleines Bild das die allgemein bekannten Regenbogenfarben darstellte.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/i2.wp.com\/develi.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/MagieSkala.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-4331\" src=\"https:\/\/i2.wp.com\/develi.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/MagieSkala.jpg?resize=474%2C95\" sizes=\"auto, (max-width: 474px) 100vw, 474px\" srcset=\"https:\/\/i2.wp.com\/develi.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/MagieSkala.jpg?w=900 900w, https:\/\/i2.wp.com\/develi.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/MagieSkala.jpg?resize=300%2C60 300w\" alt=\"MagieSkala\" width=\"474\" height=\"95\" \/><\/a><\/p>\n<p>Sprachlos starrte George auf den Monitor, konnte das wahr sein? Sein Fell war sattgr\u00fcn, so gr\u00fcn das sein Besch\u00fctzer oft als M-Budget Einhorn bezeichnete wenn sie sich stritten, was allerdings nur selten vorkam, wenn George zum Beispiel mal aus dem Stall wollte und nicht verstehen wollte das er nicht einfach \u00fcber die Weide spazieren konnte wie es ihm passte.<\/p>\n<p><em>Ich soll Magie benutzen k\u00f6nnen?\u00a0<\/em>Der blosse Gedanke schien absurd. Und dennoch, er hatte sich oft schon gefragt warum er z.B. sprechen konnte. Erdenpferde k\u00f6nnen nicht sprechen, er verstand sie zwar, aber deren Gewieher war so ungef\u00e4hr das \u00c4quivalent zu dem Grunzen eines Neandertalers im Vergleich zu heutiger Sprache der Menschen.<\/p>\n<p>George trat von dem Monitor zur\u00fcck, er fing langsam an seiner geistigen Gesundheit zu zweifeln, passierte das gerade wirklich? Er beschloss morgen seinem Besch\u00fctzer zu berichten was gerade passiert war, auch wenn er genau wusste, dass dieser ihm unz\u00e4hlige Male eingebl\u00e4ut hatte, im Internet keine unbekannten Links anzuklicken. Er trottete hin\u00fcber zu den Heuballen und als er sich hinlegte kreisten seine Gedanken um eine Frage, die ihm nicht aus dem Kopf ging. Und was, wenn das alles der Wahrheit entsprach? Was w\u00fcrde dann mit ihm passieren?<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen erwachte er aus einem unruhigen Schlaf. Judas war gerade dabei seine Tr\u00e4nke mit frischem Himbeersirup zu f\u00fcllen, als George zu ihm trat. \u201eSag mal, in dem Labor wo du mich gefunden hast, hast du w\u00e4hrend deiner Arbeit dort jemals etwas \u00fcber meine Herkunft erfahren?\u201c Judas sah George erstaunt an, \u201eWie kommst Du denn jetzt darauf? Soviel ich weiss hatten sie dich \u201cgefunden\u201c, was auch immer das heissen mag\u201c \u2013 \u201eIch wurde also nicht im Labor geboren?\u201c George war diese Erkenntnis neu.<\/p>\n<p>\u201eIch glaube nicht, das Labor in dem ich dich gefunden habe, befasst sich normalerweise eher mit Asteroidenforschung als mit Genmanipulation, aber warum willst du das wissen? Du hast dich doch sonst nicht gross daf\u00fcr interessiert?\u201c George wich verlegen seinem Blick aus, und begann zu erz\u00e4hlen was am Abend zuvor passiert war.<\/p>\n<p>\u201eDU HAST WAS? Wie oft hab ich dir gesagt dass Du keine unbekannten Links anklicken sollst? Was ist wenn das eine Falle vom Labor war. Du weisst doch, dass sie dich auf jeden Fall wieder zur\u00fcck in ihren K\u00e4fig stecken wollen.\u201c Judas war jetzt definitiv sauer, er ging in dem Stall auf und ab. \u201eAber was, wenn es wahr ist?\u201c George wusste nicht warum, aber er war \u00fcberzeugt davon, dass Hal die Wahrheit gesagt hatte. \u201eWas wenn ich tats\u00e4chlich von einem anderen Planeten stamme?\u201c \u2013 \u201eWas dann? Das \u00e4ndert doch nichts? Ich hab nicht meinen Arbeitgeber verraten und alle m\u00f6glichen Gesetze gebrochen, nur damit du mit einem Fremden im Internet\u00a0Club\u00a0Einhorn gr\u00fcndest!\u201c<\/p>\n<p>Warum regte sich Judas nur so auf? George hatte das Gef\u00fchl das es eigentlich gar nicht mehr um seinen Unvorsicht mit dem PC ging.<\/p>\n<p>\u201eMach dich bereit, morgen fr\u00fch werden wir uns einen neuen Unterschlupf suchen, der hier ist nicht mehr sicher.\u201c Georg sah Judas verst\u00e4ndnislos an. \u201eWarum, was ist an dem hier verkehrt?\u201c \u2013 \u201eNun da gewisse Personen sich nicht an Regeln halten k\u00f6nnen, m\u00fcssen wir annehmen das das Labor nun weiss wo wir sind, also werden wir uns aus dem Staub machen, es sei denn, ein Magisches Einhorn macht uns unsichtbar, dann nehmen wir uns eine Wohnung in der Stadt\u201c Den sp\u00f6ttischen Unterton den Judas nun anschlug machte George sauer.<\/p>\n<p>Den Rest des Tages verbrachte George damit zu schmollen, w\u00e4hrend Judas ihre n\u00f6tigsten Habseligkeiten und Lebensmittel einzupacken. Sie wechselten kein weiteres Wort. Und obwohl George schon lang nicht mehr w\u00fctend war, er wusste nicht wor\u00fcber sie noch h\u00e4tten reden sollen.<\/p>\n<p>Doch mit einem hatte Judas Recht gehabt,\u00a0<em>falls<\/em>\u00a0er tats\u00e4chlich magische Kr\u00e4fte h\u00e4tte, und\u00a0<em>falls<\/em>\u00a0er w\u00fcsste wie er sie nutzen k\u00f6nnte, w\u00fcrde das ihre zuk\u00fcnftige Flucht einfacher machen. Er blickte zur T\u00fcr, doch Judas war nirgends zu sehen. Er schaltete den Computer ein und wartete den Bootvorgang ab. Der Desktop erschien, alles wie gehabt. Er \u00f6ffnete den Browser und rief den Blog erneut auf, augenscheinlich ein ganz normaler Blog. Hatte er das gestern alles nur getr\u00e4umt? \u201eHal?\u201c fragte er z\u00f6gernd. \u201eHallo\u201c stand dort pl\u00f6tzlich im gr\u00fcnen Bereich der Homepage.<\/p>\n<p>\u201eWie wissen die Einh\u00f6rner auf Eli ob sie magische Kr\u00e4fte haben? Gibt es neben der Farbe noch andere Methoden das festzustellen? Und wie funktioniert das mit dem Zaubern, muss man daf\u00fcr Zauberspr\u00fcche lernen?\u201c Nun war George nerv\u00f6s. Die Antwort liess nicht lange auf sich warten: \u201eNun, die Magie ist emotionsabh\u00e4ngig. Je st\u00e4rker die Emotion, desto einfacher das beschw\u00f6ren\u201c antwortete Hal \u201eaber grunds\u00e4tzlich braucht man keinen Zauberspruch oder sowas, die blosse Vorstellung und gute Konzentration reicht. Zauberspr\u00fcche dienen eher als Gedankenst\u00fctze.\u201c George wollte noch weiter fragen, aber er h\u00f6rte wie Judas wieder in Richtung Stall gelaufen kam. Den Rest des Tages versuchte George krampfhaft zu zaubern, doch irgendwie wollte es ihm nicht gelingen.<\/p>\n<p>Was hatte Hal gesagt? \u201eVorstellung und Konzentration\u201c naja, das war einfacher gesagt als getan, er war einfach zu durcheinander. Und die Tatsache, dass Judas ihn nicht lange genug aus den Augen liess um sich zu konzentrieren, machte die Sache nicht einfacher.<\/p>\n<p>Als es Zeit wurde zu Abend zu essen, setzte sich Judas auf den Boden und winkte George zu sich.<\/p>\n<p>\u201eH\u00f6r mal George, ich m\u00f6chte mich daf\u00fcr entschuldigen, dass ich dich heute Morgen so angeschnauzt hab, ich war sauer und hab \u00fcberreagiert. Es tut mir leid.\u201c Das kam jetzt \u00fcberraschend, normalerweise vergingen Tage wenn sie sich gestritten hatten, bis einer der beiden entschuldigte, George schaute etwas besch\u00e4mt zu Boden \u201eEs tut mir auch leid, es ist nur, ich\u2026\u201c Ihm fehlten die richtigen Worte. Judas sah in vers\u00f6hnlich an. \u201eEs muss f\u00fcr dich ein Schock gewesen sein, zu h\u00f6ren dass es noch andere Einh\u00f6rner geben soll, oder? Wer auch immer am anderen Ende dieser Website die Nachrichten eingibt, er muss sich mit Computern auskennen. Woher wusste dieser Jemand das du ein Einhorn bist?\u201c Diese Frage hatte George sich auch schon gestellt, er hatte nie erw\u00e4hnt, dass er kein Mensch war, und doch gab ihm der Computer die Antworten, als wisse er wer und was George war.<\/p>\n<p>Judas griff nach seinem Rucksack und zog eine Schachtel aus dem Inneren. \u201eIch war vorher kurz in der Stadt und hab Dir ein kleines Vers\u00f6hnungsgeschenk mitgebracht.\u201c Vorsichtig \u00f6ffnete er die Schachtel und zum Vorschein kam eine Himbeertorte. George freute sich wie ein HonigkuchenEinhorn. Nachdem sie sich satt gefuttert haben sagte Judas. \u201eWenn es f\u00fcr dich okay ist, schlafe ich heute in deinem Stall, ich hab meine Schlafecke schon zusammengepackt, und nur f\u00fcr den Fall, dass es doch eine Falle war, ist es sicherer wenn wir zusammenbleiben. George war das ganz Recht, auch wenn er davon \u00fcberzeugt war, dass das Labor nichts mit Hal zu tun hatte, ein Restrisiko bestand.<\/p>\n<p>Voll gefuttert wie er war, schlief George sofort ein, sobald er sich hingelegt hatte, der Tag war doch anstrengender gewesen als er gedacht hatte. Und w\u00e4hrend er von Hal und anderen Einh\u00f6rnern tr\u00e4umte schlief er zum ersten Mal seit langem einigermassen ruhig. Und auch wenn er es nie zugegeben h\u00e4tte, zu wissen das Judas im gleichen Raum schlief, beruhigte ihn.<\/p>\n<p>\u201eWach auf!\u201c Judas kniete neben George und klopfte ihm auf die Flanke. George schrak hoch, doch Judas bedeutete ihm leise zu sein. \u201eIch glaube da ist jemand aussen am Stall, ich hab vorher etwas geh\u00f6rt.\u201c Nun war George schlagartig wach, um sie herum war es dunkel, nur eine kleine Taschenlampe, die Judas mit etwas Klebeband abgedunkelt hatte gab einen schwachen Lichtschimmer von sich. George hasste die Dunkelheit, und die Vorstellung das Etwas ums Haus schlich, machte ihn zus\u00e4tzlich unruhig.<\/p>\n<p>Nun h\u00f6rten sie ein Knacken vor dem Fenster, und Judas zog seinen Taser aus dem Rucksack, Judas hasste Waffen, aber noch mehr hasste er das Gef\u00fchl wehrlos zu sein, und der Taser erwies sich gewissermassen als Kompromiss.<\/p>\n<p>Sie gingen leise zur Stallt\u00fcr und Judas blickte durch einen schmalen Spalt nach draussen. Es war nichts zu sehen. \u201eIch habe als ich aus der Stadt zur\u00fcckgekommen bin, im Gras um das Haus ein paar Stolperdr\u00e4hte gespannt, nur f\u00fcr den Fall.\u201c Judas grinste George im Halbdunkel an. \u201eFalls da draussen wirklich etwas ist, h\u00f6ren wir, falls es sich ums Haus bewegt\u201c George bl\u00e4hte unruhig die N\u00fcstern. \u201eGute Idee, aber sehen tun wir trotzdem nichts.\u201c George w\u00fcnschte sich im Moment nichts mehr als dass es draussen nicht so dunkel w\u00e4re. Sein Herz raste und auch wenn Judas verh\u00e4ltnism\u00e4ssig ruhig erschien, George wusste, dass Judas\u2019s Nerven auch zum Zerreissen gespannt sein mussten.<\/p>\n<p>\u201eIch w\u00fcnschte ich k\u00f6nnte draussen etwas erkennen\u201c fl\u00fcsterte George nerv\u00f6s. Noch bevor er den Satz beendet hatte, wurde es pl\u00f6tzlich etwas heller im Stall. Judas legte hastig die Hand auf die Lampe, aber die Helligkeit kam nicht aus der Lampe. Judas drehte sich um und wurde pl\u00f6tzlich fahl im Gesicht. \u201eWas ist los? Mach doch das Licht aus, sonst verr\u00e4tst du uns noch.\u201c George blickte nun zu Judas der ihn fassungslos anstarrte. \u201eDas\u2026 Das ist nicht meine Lampe. Das\u2026 Das ist dein Horn\u2026\u201c stotterte er. Nun merkte George es auch, das Leuchten kam nicht von unten, es kam von \u00fcber ihm, von seinem Kopf. Sein Horn glomm in der Dunkelheit und gab einen immer heller werdenden Lichtschein von sich. Und dann wurde es pl\u00f6tzlich schwarz vor seinen Augen und George kippte zu Boden\u2026<\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #339966;\">Die Geschichte wurde f\u00fcr meinen <a style=\"color: #339966;\" href=\"https:\/\/develi.ch\/wettbewerb-zum-300-blog-beitrag\/\">Wettbewerb zum 300. Blog Beitrag\u00a0<\/a>geschrieben.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eNach allgemeinem Konsens sieht ein Einhorn ja relativ elegant aus, halt wie ein Pferd, meistens weiss, mit Horn. 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